Endometriose - Gutartige Wucherung

01.07.2016

Gebärmutterschleimhaut außerhalb des Uterus

Die Endometriose ist ein chronisch fortschreitendes gynäkologisches Krankheitsbild ausgehend von der Gebärmutterschleimhaut und stellt gleichzeitig die zweit häufigste gutartige Erkrankung der Frau dar.

Sie bezeichnet das Vorkommen von Gebärmutterschleimhaut außerhalb des Uterus.

Man geht heute davon aus, dass etwa 10 – 15% aller Frauen in Deutschland zwischen 15 und 45 Jahren von dieser Erkrankung betroffen sind. Symptome der Endometriose sind Schmerzen während der Menstruation, beim Geschlechtsverkehr sowie allgemeine chronische Unterbauchschmerzen, die teils auch Regel-unabhängig sind.

Darüber hinaus kommt es in etwa 20% der Fälle auch noch zu schmerzhaftem Wasserlassen oder entsprechenden Beschwerden beim Stuhlgang.

Endometriose

Viele betroffene Frauen fühlen sich in ihrer körperlich-psychischen und sozialen Lebensqualität erheblich beeinflusst. Wichtig ist hervorzuheben, dass zwischen den auftretenden Beschwerden und dem Schweregrad der Endometriose kein gesicherter Zusammenhang besteht.

Leider kommt es wegen der teilweise auch nicht eindeutigen oder fehlgedeuteten Krankheitssymptomen zu einer Verzögerung von 6 – 9 Jahren bis eine gesicherte Diagnose zweifelsfrei anlässlich einer Bauchspiegelung gestellt wird.

Trotz mehr als hundertjähriger umfangreicher Forschung ist die Ursache der Endometriose auch heute noch unbekannt. Von großer Wichtigkeit ist aber, dass frühe Erkrankungsformen leichter zu therapieren sind, die Rezidivrate niedriger bzw. die rezidivfreien Intervalle länger.

Neben speziellen hormonellen Therapien werden heute in erster Linie die Endometrioseherde operativ minimal invasiv entfernt. Im Rahmen einer ganzheitlichen Anschlussbehandlung ist dann auf spezielle Ernährungsformen und auch naturheilkundliche Therapien im Zusammenwirken mit balneologischen Anwendungen speziell zu fokussieren.

Die Rehabilitationsbehandlung verfolgt neben der Wiederherstellung eines positiven Körpergefühls mit Freude an der Bewegung folgende Ziele:
  • Schmerzreduktion
  • Information und Schulung
  • Unterstützung bei Kinderwunsch
  • Lösen von Verkrampfungen und Verspannungen
  • Verbesserung der Leistungsfähigkeit
  • Entwicklung von Kompensationsstrategien

Im Rahmen von naturheilkundlichen Behandlungsmaßnahmen während der Rehabilitation von Endometriose-Patientinnen wird seit längerem erfolgreich die Misteltherapie eingesetzt. Diese bewirkt als Injektionstherapie eine Wachstumshemmung der Endometrioseherde, eine Regulierung der körpereigenen Abwehr und letztendlich auch eine Schmerzreduktion.

Weiterhin kann auch der Einsatz bewährter Heilpflanzen aus der Frauenheilkunde, wie auch die Anwendung homöopathischer Medikamente bei der Schmerztherapie äußerst hilfreich sein. Grundsätzlich entscheidet hier die individuelle Situation der jeweiligen Patientin über die Verwendung alternativer Heilmethoden.