Ernährungszustand beeinflusst Therapieverträglichkeit

17.11.2015

Ernährungszustand beeinflusst Therapieverträglichkeit und Lebensqualität

Während einer Chemo- oder Strahlentherapie kreisen viele Gedanken durch den Kopf. Wie schlägt die Therapie an und wie komme ich mit den Nebenwirkungen zurecht? Die Therapien gegen Krebs können sehr aggressiv sein, schließlich müssen sie die Krebszellen vernichten. Um die Therapie möglichst gut zu überstehen, ist der Ernährungszustand enorm wichtig.  Er beeinflusst die Therapieverträglichkeit, sowie die Lebensqualität.

Gesunde Ernährung während der Therapie

Da die Ernährung oft durch die Nebenwirkungen beeinträchtigt wird, sollte man sich schon vor Therapiebeginn mit möglichen Nebenwirkungen auseinandersetzen, um mit zielgerichteten Ernährungsmaßnahmen einen guten Ernährungszustand aufrechtzuerhalten und die Nebenwirkungen der Therapie möglichst gering zu halten.

Appetitlosigkeit,  Kau- und Schluckbeschwerden, Geschmacksveränderung, Übelkeit sind einige Symptome die unterschiedlich stark ausgeprägt auftreten können. Oft sind enorme Gewichts- und Kräfteverluste die Folge.

Mangelernährung erkennen und reagieren

Der Ernährungszustand muss regelmäßig bestimmt werden, um mit Hilfe der  Ernährungsberatung eine unterstützende Ernährungstherapie  umzusetzen.

Es gibt viele Möglichkeiten, Nährstoffdefizite auszugleichen. Die Diättherapie sollte für jeden Patienten individuell auf seine Bedürfnisse und Wünsche, Zustand und Therapieform abgestimmt werden. Natürlich müssen Besonderheiten wie Gastrektomie, Kolo- bzw. Ileostoma, sowie individuelle Unverträglichkeiten beachtet werden.

Wie kann ich meinen Ernährungszustand während der Therapie aufrechterhalten?

Ziel: Möglichst kleine Portionen sollen reichlich Energie und Nährstoffe liefern
  • Hochkalorische Haupt- bzw. Zwischenmahlzeiten
  • Bei Bedarf hochkalorische, eiweißreiche Trinknahrungen

Tipps bei Nebenwirkungen  durch Chemo – unterschiedlich bei Schluckbeschwerden, Geschmacksstörungen, Übelkeit

  • Lakritze regt bei Mundtrockenheit die Speicheldrüsen am besten an.
  • Bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum keine Säuren, Eis als Dessert oder zwischendurch
  • Keine stark riechenden Lebensmittel bei Ekel vor Essen
    B. kein Parmesan, nichts Gebratenes
  • Schön anrichten
  • Kleinere Portionen aber mehrmals
  • Als Zwischenmahlzeit Nüsse - sind kalorienreich und eiweißhaltig. Nicht geeignet bei Magen-Darmerkrankungen
  • Nicht zu kalt und nicht zu heiß essen
  • Flüssige oder pürierte Kost bevorzugen
  • Kohlensäurehaltige Getränke vermeiden; besser sind stille Wasser oder Tee