Heilung durch Vorbeugung

21.11.2016

Das Thema Prävention rückt seit Mitte des 20. Jahrhunderts immer mehr in den Mittelpunkt der Gesundheits- und Sozialpolitik. Das Wort stammt aus dem lateinischen "praevenire", bedeutet so viel wie „zuvorkommen“ und bezeichnet Maßnahmen zur Abwendung unerwünschter Zustände oder Ereignisse.

Heilung durch Vorbeugung

Im Bereich der Krebsprävention versteht man zum Beispiel Maßnahmen oder Verhaltensregeln, die die Entstehung von Krebserkrankung verhindern oder zumindest die Wahrscheinlichkeit für eine solche herabsetzen. Hierbei wird zwischen verschiedenen Präventionsstufen unterschieden.

Primärprävention

Zur Primärprävention zählen alle Verhaltensweisen zur Verhütung der Krebsentstehung, die auch die Aufklärung und Information über Risikofaktoren mit einbeziehen. Hauptsächlich geht es in der Primärprävention jedoch um das möglichst frühzeitige Praktizieren eines gesunden Lebensstils.

Ein gesunder Lebensstil zeichnet sich vor allem wie folgt aus:
  1. Rauchen Sie nicht
    Mit einem Zug nehmen Sie 4.000 Schadstoffe und ca. 50 krebsfördernde Substanzen sowie weitere als toxisch eingestufte Substanzen zu sich. Bei Rauchern besteht eine erhöhte Krebsgefahr für Mundhöhle, Rachen, Kehlkopf, Lunge, Speiseröhre, Bauchspeicheldrüse,Niere, Harnblase und Brust.
    Je mehr Zigaretten ein Raucher täglich konsumiert, je früher er mit dem Rauchen begonnen hat und je länger er raucht, umso mehr erhöht sich das Risiko einer Krebserkrankung. Wer aufhört zu rauchen, kann die gesundheitsgefährdende Entwicklung zumindest teilweise rückgängig machen. So kann zum Beispiel ein 75 Jahre alter Raucher sein 16%iges Lungenkrebsrisiko bei einem Rauchstopp mit 60 Jahren auf  bis zu 10% senken.
  2. Vermeiden Sie Übergewicht
    Ein hoher Body-Mass-Index erhöht das Risiko für Krebserkrankungen der Verdauungsorgane sowie Prostata, Brust, Gebärmutter und Eierstöcke. Fettleibigkeit und Übergewicht können für 14 % aller Krebstodesfälle bei Männern verantwortlich gemacht werden.
    Formel zur Berechnung: Gewicht in kg geteilt durch Größe in m zum Quadrat
  3. Tägliche Bewegung
    Zahlreiche Studien belegen den positiven Effekt von Bewegung bei der Risiko-Minimierung, an Krebs zu erkranken. Die WHO empfiehlt mindestens 30 Minuten gemäßigte körperliche Aktivität an 5 Tagen in der Woche oder mindestens 20 Minuten intensive körperliche Aktivität an 3 Tagen in der Woche. Leider erreicht nur jeder Fünfte die Mindestzeit.
  4. Gesunde Ernährung
    Essen Sie jeden Tag Obst und Gemüse und lieber Vollkorn- als Weißmehlprodukte. Begrenzen Sie die Zufuhr von Fleischprodukten und rotem Fleisch. Achten Sie auf ein normales Gewicht und ausreichende Bewegung.
  5. Verantwortungsvoller Umgang mit Alkohol
    Wer zu viel Alkohol trinkt, schadet seiner Gesundheit nachhaltig. Bei übermäßigem Alkoholkonsum besteht ein erhöhtes Risiko für Krebsarten im Mund- und Rachenraum, des Kehlkopfes und der Speiseröhre sowie der weiblichen Brust.
    Aber wie viel ist zu viel?
    Männer: maximal 1/2l Bier oder 1/4l Wein (etwa 20g Alkohol)
    Frauen: maximal 1/4l Bier oder 1/8l Wein (etwa 10g Alkohol)
  6. Übermäßige Sonneneinstrahlung meiden
    Ultraviolette (UV-)Strahlung ist eindeutig krebserzeugend. Sonnencremes reduzieren bei richtiger und ausreichender Anwendung nicht nur das Risiko eines Sonnenbrandes, sondern können auch das Hautkrebsrisiko senken.Während die kurzwellige UV-B-Strahlung den sogenannten "Sonnenbrand" verursacht, dringt die langwellige UV-A-Strahlung tief in die Haut ein. Sie zerstört Gewebe und löst eine vorzeitige Hautalterung aus.Beide Strahlungsarten tragen zur Entstehung von Hautkrebs bei.Der  Lichtschutzfaktor LSF von Sonnencremes bezieht sich nur auf den durch UV-B verursachten entsprechenden Grad an Sonnenbrand, aber nicht auf die gesundheitlichen Auswirkungen durch UV-A-Strahlung, deshalb sollte besonders auf das "UV-A-Siegel" geachtet werden.

Sekundärprävention

Die Sekundärprävention soll das Fortschreiten einer Krankheit durch Frühdiagnostik und -behandlung verhindern. Dazu zählen neben der Krankheitsfrüherkennung auch Screening Untersuchungen.

Durch rechtzeitige Behandlung soll die Krankheit möglichst zur Ausheilung oder zum Stillstand gebracht werden, denn je früher diese erkannt wird, umso höher stehen die Heilungschancen.

Tertiärprävention

Die Tertiärprävention konzentriert sich nach einem Krankheitsereignis auf die Wiederherstellung der Gesundheit. Krankheitsfolgen sollen gemildert und ein Rückfall oder eine Verschlimmerung bei bereits entstandenen Krankheiten vermieden werden. Rehabilitationsmaßnahmen, Anschlussheilbehandlungen oder Rezidivprophylaxen stehen hierbei an erster Stelle.

Die Onkologische Rehabilitation setzt sich als Ziel, das körperliche, seelische und soziale Wohlbefinden zu verbessern und zu stabilisieren. Durch Ausgleich oder Beseitigung von Funktionsdefiziten die durch die Erkrankung entstanden sind bildet die Rehabilitation eine Brücke zwischen der Primärbehandlung und der nachfolgenden Betreuung.

Grundsätzlich gilt: Achten Sie auf eine gesunde Lebensweise und kümmern Sie sich aktiv um Ihre Gesundheit. Je früher Sie damit beginnen, desto besser.