Reise zum Wunschhaar

15.07.2016

Während einer Chemotherapie werden chemische, mineralische oder pflanzliche Stoffe zur Behandlung von Krebserkrankungen verwendet. Diese wirken esonders auf Zellen, die eine hohe Teilungsaktivität besitzen. Neben den Tumorzellen können durch die sogenannten Zytostatika leider auch Schleimhäute, Knochenmark oder Haarzellen betroffen sein, die ebenfalls diese Eigenschaften besitzen.

Reise zum Wunschhaar

Der Haarausfall ist eine der häufigsten vorübergehenden Nebenwirkungen einer Chemotherapie und beginnt meist 2-4 Wochen nach der ersten Behandlung. Nach der letzten Behandlung beginnen die Haare nach ca. 6 bis 8 Wochen wieder zu wachsen.

Auch wenn der Verlust der Haare kein Dauerzustand bleibt, ist dieser vor allem für Frauen aber auch für Männer eine entscheidende und belastende Veränderung.

Grundsätzlich ist es sinnvoll, sich bereits bereits vor einer geplanten Chemotherapie eine Perücke vom behandelnden Arzt verordnen zu lassen. Unter dieser Voraussetzung übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten für den Haarersatz oder zahlen zumindest eine Zuschuss. Zur Klärung, bis zu welchem Betrag die Kosten übernommen werden, sollte direkt Kontakt zur jeweiligen Krankenkasse aufgenommen werden. Bei privaten Krankenversicherungen ist dies vom individuell gewählten Beitragstarif abhängig28520

Der beste Zeitpunkt ...

... zur Auswahl einer Perücke ist vor Beginn der Behandlung, da die Struktur, Farbe und der Schnitt der eigenen Haare noch bestehen und das neue Wunschhaar so optimal angepasst werden kann. Warten Sie mit der Entfernung der Haare, bis diese tatsächlich ausfallen um der Frustration und Unzufriedenheit möglichst lange entgegen zu wirken.

Neben Echthaar-Perücken gibt es mittlerweile auch sehr gute Kunsthaar-Perücken, die in punkto Tragekomfort und Aussehen nicht mehr vom Original zu unterscheiden, jedoch preislich deutlich günstiger zu haben sind.

Damit die Perücke natürlich wirkt, sollte diese unbedingt bei einem Zweithaar-Spezialisten probiert, angepasst ggf. nachgefärbt und entsprechend frisiert werden.

Fachgeschäfte finden Sie in der Suchmaschine des Bundesverbands der Zweithaar-Spezialisten e.V. unter folgendem Link:
http://www.bvz-info.de/Endverbraucher/

Tuch

Immer beliebtere und wesentlich günstigere Alternativen sind hingegen Tücher, Schals, Mützen oder Turbane. Diese sind für viele Patientinnen angenehmer auf der Kopfhaut zu tragen und sehr pflegeleicht. Aufgrund der großen Vielfalt an Mustern und Farben sind hier fast keine Grenzen gesetzt. Hinsichtlich des Materials eignen sich Baumwolltücher am besten, da diese eine höhere Rutschfestigkeit haben als z.B. Seidentücher.

Egal ob Perücke oder eine Kopfbedeckung aus Stoff, für eine gewisse Zeit wird vermutlich eine der beiden Ihr stiller Begleiter sein, der Ihnen wieder Selbstvertrauen, ein Stück Lebensfreude und Kraft schenkt und dadurch möglicherweise auch die Therapie erleichtert.