Tanzen ist...? alles andere als langweilig! 4. Teil

09.03.2020 – Armin Manglkramer (Integrative Tanztherapie)

Tanzen ist Psychohygiene und Anti-Stress-Therapie

Es gibt interessante Studien darüber, dass das Tanzen die Konzentration des Stresshormons Cortisol im Speichel senkt. Ohne Musik ändert sich im Cortisolgehalt dagegen wenig. Bewegung zu Musik, sei es nach Tanzschritten oder frei, wirkt also entspannend und ist eine Wohltat für die Seele.

In einer weiteren Studie zeigte sich, dass tanzende Grundschüler weniger aggressiv auftraten als ihre nicht tanzenden Mitschüler. Auch dies ist auf den Cortisolgehalt zurückzuführen.

Tanzen ist für Viele ebenso eine Möglichkeit, um mit ihrem Alltagsstress besser um-zugehen. Denn selbst wenn man für sich alleine tanzt, gibt einem die Bewegung im Rhythmus eine fast schon familiäre Geborgenheit.

Apropos Rhythmus: Unser gesamtes Leben verläuft in Zyklen – Herzschlag, Atmung, Augenaufschlag, gehen, schlafen und wachen, Aktion und Ruhe sind nur einige Bei-spiele aus unserem Alltag. Krankheiten verschiedenster Art bringen viele Patienten häufig aus ihrem gewohnten Arbeits-, Alltags- oder Freizeitgleichgewicht. So belegen Studien beispielsweise, dass sich oftmals der Schlaf-Wach-Rhythmus ändert. Durch Musik – bei der ja per se ein Takt vorgegeben ist – gleicht sich z. B. der Herzschlag an diesen Rhythmus an. Dies funktioniert vor allem sehr gut bei ruhiger, langsamer Musik. Deshalb wirken Entspannungsverfahren mit instrumentalem Hintergrund sehr gut, um sich zu entspannen. Musik und Tanz fördern zudem den Atemrhythmus. Zu diesem Thema gibt es später mehr – bleiben Sie dran!

Musik und Tanz sind sehr emotional

In beidem können wir oftmals auch Gefühlsregungen zeigen, die wir im Alltag lieber im Verborgenen halten. Wir müssen uns in unseren Bewegungen nicht einschränken, so wie wir das häufig im Alltag tun, weil das von unserer Gesellschaft so erwartet wird. Jeder drückt sich auch immer ein Stück weit über Art und Weise seiner Bewegungen und Gesten aus. Jemand der schüchtern ist, bewegt sich definitiv viel verhaltener als ein Exzentriker. Sie kennen sicher auch solche Gegensätze aus Ihrem Umfeld. Wir geben also immer auch unbewusst ein bisschen etwas von uns preis.

In der Tanztherapie z. B. will man unter anderem erreichen, dass man sich von seinem schlechten Befinden distanziert. Es ist sehr positiv für das Selbstbild, wenn ich als Patient merke: „Ja, ich habe noch etwas unter Kontrolle“ und „Ich habe schöne Empfindungen.“ Darüber hinaus fördern der Puls und der Rhythmus in der Musik den Antrieb, auch wenn die Motorik sonst durch Erkrankungen gestört ist, wie dies beispielsweise bei Parkinson-Patienten der Fall ist.