Wenn die Angst überhand nimmt

30.09.2016

Was ist Angst?

Die Angst ist ein Gefühl, das jeder Mensch in sich trägt. Sie hilft uns Gefahrensituationen zu erkennen und zu bewältigen. Jedoch kann bei einigen Menschen das Gefühl der Angst überhand nehmen und löst eine sogenannte Angststörung aus.

Neben einer genetischen Veranlagung können jedoch auch andere Faktoren, wie z.B. der Tod einer nahestehenden Person, der Verlust des eigenen Jobs oder die Diagnose einer schwerwiegenden Krankheit, Auslöser für die Angststörung sein.

Vor allem Krebspatienten und Menschen mit anderen chronischen Erkrankungen sind immer wieder tiefgreifenden Ängsten ausgesetzt, mit denen sie sich gezielt auseinandersetzen müssen.

Die Angst wirkt sich bei den Betroffenen unterschiedlich aus. So können die Symptome von Schlafstörungen, innerer Unruhe, Herzrasen, Übelkeit, Muskelverspannungen bis hin zum Rückzug aus dem sozialen Umfeld oder Panikattacken reichen.

Angst

Wenn die Angst überhand nimmt

Wenn die Angst unangemessen stark oder anhaltend ist, ohne ausreichenden Grund auftritt und nicht mehr kontrolliert oder ausgehalten werden kann, wird Sie zur Krankheit und schränkt das gesamte Leben enorm ein.

Zur konkreten Therapie von Angststörungen gibt es eine Fülle verschiedener Behandlungsverfahren in erster Linie aus dem Bereich der Psychotherapie, wie z.B.:
  • Aufklärung (durch Psychotherapeuten oder in Selbsthilfegruppen)
  • Psychotherapeutische Maßnahmen
  • Soziotherapeutische Korrekturen
  • Unterstützungshilfen (Partnerschaft, Familie, Freundeskreis, Nachbarschaft, Beruf usw.)

Zudem kann eine gezielte medikamentöse Therapie weitere positive Ergebnisse erzielen.

Tipps und Strategien zur Angstbewältigung

Als kleine Hilfestellung haben wir nachfolgend einige Tipps und Strategien zur Selbsthilfe und Bewältigung Ihrer Ängste zusammengestellt. Nichts desto trotz empfehlen wir bei einer ausgeprägten Angststörung eine professionelle psychologische Betreuung.

  • Akzeptieren Sie die Angst, denn es ist wichtig, die Angst nicht blind bekämpfen und beseitigen zu wollen.
  • Über Ihre Ängste zu reden ermöglicht Ihnen nicht nur eine Milderung, sondern schafft auch ein Vertrauensverhältnis und eine große Nähe zu demjenigen, der mit Ihnen die Ängste teil.
  • Suchen Sie die Nähe von Familie und Freunden und sagen sie, was Sie sich wünschen.
  • Durch bewusste Suche nach Ablenkung und Abstand gewinnen Sie gleichzeitig Abstand zu der Erkrankung. Wenden Sie sich den schönen Dingen des Lebens zu und genießen Sie diese um wieder Lebensfreude zu spüren.
  • Sportliche Tätigkeit entspannt den Körper. Wer entspannt ist, empfindet keine Angst.
  • Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung nach Jakobson, TaiChi, Meditation, Yoga, etc. sind ideale Trainingsmethoden zur Entspannung.
  • Die Teilnahme an Selbsthilfegruppen ermöglicht Ihnen, im Kreise von Betroffenen die Auseinandersetzung mit der Krankheit.
  • Psychologische Unterstützung z.B. in Einzelgesprächen, (Paar-)Gesprächen mit Angehörigen, Gruppengesprächen kann ebenfalls zur Krankheitsbewältigung beitragen.

Viele Wege ein Ziel

Die Psychoonkologie geht davon aus, dass möglichst viele und flexible Strategien zur günstigen Bewältigung einer Krebserkrankung führen. Das Ergebnis wäre ein hohes seelisches Wohlbefinden, die Teilnahme oder Wiedereingliederung in das berufliche und soziale Leben, Stabilität der familiären und partnerschaftlichen Beziehungen sowie ein aktives selbstverantwortliches Gesundheitsverhalten.